Les Colombes...

Multimedia-Installation | Heilig-Geist 2013-2014 | München

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Multimedia-Installation | Heilig-Geist München 2013-2014 | München

Wie sieht die Darstellung des Geistes, des Heiligen Geistes heute aus, wie kann dieses Thema heute in der Kunst interpretiert werden und funktioniert diese Symbolik auch übersetzt in die 3.Dimension, in das Räumliche heute noch?

Der Multimedia-Installation "Les Colombes…Die WeißenTauben" liegt sowohl der Gedanke einer künstlerischen Annäherung an die Symbolik des Geistes, des Heiligen Geistes zu Grunde, als auch dessen Interpretation der Darstellung, bezugnehmend auf die Kunst-und Kirchengeschichte.

Wie sehen wir heute das Geistige, den Heiligen Geist und was ist das überhaupt? Ein abstrakter Begriff in der heutigen Zeit, kaum noch von Bedeutung, kaum greifbar. Eine Annäherung an die Idee des Geistes, des Geistigen soll in der Installation auf unterschiedlichsten Ebenen und mit unterschiedlichsten Stilmitteln stattfinden- räumlich, physisch und sinnlich erlebbar, aber auch durch Interaktion.

Die Darstellung des Geistes als Taube führt zwar weit zurück auf die griechische Mythologie, ist aber in der kirchlichen Kunstgeschichte seit jeher fest verankert. Der Geist als weiße Taube. Im Kirchenraum von Heilig Geist ist die Taube immer wieder zu entdecken, sowohl dargestellt in den 7 Tugenden des Geistes in den Seitenschiffen, als auch im Altarbild.

 

Die einzelnen Elemente der Installation:

 

Die Weiße Taube – das Symbol des Geistes. Diese Tauben werden als Symbol des „Kollektiven Geistes“ in das Kirchenschiff von Heilig Geist gehängt und schweben als Schwarm von weißen Tauben durch den Kirchenraum, leise, leicht und voller symbolischer Ästhetik.

Hunderte von Tauben aus Papier geformt, gefaltet und mit Wünschen an das Leben belegt. Von Menschen die in die Kirche kommen, an Gottesdiensten teilnehmen, von Kinder im St.Martinszug, von Fußgängern im Tal und auf dem Viktualienmarkt, von Münchner, egal ob gläubig oder nicht, katholisch oder evangelisch, muslimisch oder orthodox.

Ein Schwarm weißer Tauben durchzieht das Kirchenschiff vom Portal bis zum Altarraum…vielleicht sitzen auch einzelne Tauben an Säulenvorsprüngen, an Fenstersimsen, auf der Kanzel. Ruhen sich aus, persiflieren spielerisch die Überladung Barocker Ornamentik durch ihre Reduziertheit.

 

Die Farbe Blau – im Kirchenraum. Die Farbe des Geistes und der Phantasie. Der Kirchenraum wird in ein diffuses, mystisches blau getaucht, in dem Raum und Dimension zu verschwimmen scheinen.

Die Farbe blau symbolisiert: Sympathie, Harmonie, Freundlichkeit, Freundschaft, Treue, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Sehnsucht, Kälte, Kühle, das Geistige und die Phantasie.

Blau ist die Farbe der Ferne. Eine Farbe wirkt um so näher je wärmer sie ist und um so ferner je kälter sie ist. Blau schafft Raum und Perspektive. Alle Farben werden in der Ferne blauer, trüber, sie werden von Luftschichten überdeckt. Wasser und Luft werden als blau empfunden. In unseren Erfahrungen entsteht das Blau aus Transparentem. Blau ist die positive Seite der Phantasie, utopischer Ideen und der Ferne .

Blau bedeutet auch Entspannung, Stille, Ruhe. Es ist der zurückgezogene-selbstgenügsame Moment der Erholung. Blau ist die Farbe der Männlichkeit (früher rot), es sind die kühlen, leidenschaftslosen Tugenden: Mut, Leistung, Sportlichkeit, Selbstständigkeit, Konzentration. Blau ist eine Hauptfarbe der Arbeit und des Geistes (nach weiß): Klugheit, Wissenschaft, Genauigkeit, Pünktlichkeit.

 

Der Hochaltar – als zentraler Punkt. Der Hochaltar in Heilig Geist wird neben den Tauben als einziger Punkt in der Kirchen inszeniert und hervorgehoben . Alles Andere im Kirchenraum soll sich der Installation, der Farbe blau und den Tauben unterordnen. Der Altar wird mit seinen barrocken Putten und Engeln punktuell beleuchtet und als zentrale Skulptur im Kirchenschiff hervorgehoben. Die Tauben streben als Schwarm Richtung Hochaltar….liegt dort die Antwort auf die Fragen, all die Fragen die im geistigen Potential zur Debatte stehen – wer bin ich, wo gehe ich hin, was ist wirklich wichtig im Leben, was ist das Leben, was sind die großen Fragen des Lebens.

 

Der Klangteppich – diffus und doch deutlich wahrnehmbar. Ein Klangteppich aus leisem Windrauschen, mystischen Klangakkorden, leichtem Taubengurren und ein Atmen des „Geistes“ wird durch den Kirchenraum schweben, an-und abschwellen, mal von nah…mal ganz leise aus der Ferne. Gesprochene Wortfetzen zum Thema sind immer wieder zu hören. Und sollen zum Nachdenken anregen.

 

LES CLOMBES…Die Tauben ist eine neue Mutlimedia-Installation von Michael Pendry in Heilig Geist, die mit allen Sinnen den Besucher einfängt, zum verweilen einlädt und einen völlig unerwarteten, mystischen Raum eröffnet. Nicht aufdringlich, nicht laut. Sondern leise, zurückhaltend, vielschichtig und dennoch voller starker Bilder. Bilder, die ein kollektives Unbewußtes ansprechen, ohne viel erklären zu müssen, ohne viel erklären zu wollen. Der Betrachter soll emotional und unmittlebar wahrnehmen können, was der Raum erzählt.